Was ist ein guter IQ, was ein hoher IQ? Werte mit Prozentrang eingeordnet
Ab 110 liegt ein IQ über dem Durchschnitt, 120 erreicht etwa jede elfte Person, 130 nur rund 2,3 % der Bevölkerung. Wir ordnen die Werte mit einer Prozentrang-Tabelle ein und zeigen, was ein hoher IQ laut Forschung für Schule, Beruf und Einkommen bedeutet.
Verfasst von: IQtonics-Redaktion 8 Min. Lesezeit

Auf dieser Seite
- Was ist ein guter IQ? So werden IQ-Werte eingeteilt
- Was ist ein hoher IQ? Ab welchem Wert man davon spricht
- Welcher IQ ist gut? Prozentrang-Tabelle von 100 bis 150
- Gut wofür? Es kommt auf den Zweck an
- Hoher IQ und Erfolg: Was die Forschung sagt
- Warum ein einzelner IQ-Wert um einige Punkte schwankt
- Was ein hoher IQ nicht aussagt
- Ihren eigenen IQ-Wert einordnen
Sie haben einen IQ-Wert vor sich, vielleicht 112, vielleicht 124, und fragen sich: Ist das ein guter IQ? Und was ist ein hoher IQ, ab welchem Wert beginnt er? Die Antwort hat zwei Teile. Der erste ist reine Statistik: Wo liegt Ihr Wert auf der IQ-Skala, und wie viele Menschen erreichen ihn? Der zweite hängt vom Zweck ab: Ein Wert, der für das eine völlig reicht, verfehlt für etwas anderes vielleicht eine feste Grenze.
Was ist ein guter IQ? So werden IQ-Werte eingeteilt
Moderne Intelligenztests vergleichen Ihr Ergebnis mit einer großen Gruppe gleichaltriger Menschen. Der Wert wird auf eine Skala übertragen, deren Mittelwert 100 und deren Standardabweichung 15 Punkte beträgt. Das Lehrbuch OpenStax Psychology 2e fasst es so zusammen: Werte von 85 bis 115 gelten als Durchschnittsbereich, in dem etwa 68 % der Bevölkerung liegen. Was „normal“ ist und warum der Durchschnitt in jeder Altersgruppe 100 beträgt, erklärt unser Ratgeber zum durchschnittlichen IQ.
Für die Werte oberhalb des Durchschnitts verwenden Testverlage eigene Bezeichnungen. Die Wechsler-Intelligenztests sind dafür der wichtigste Maßstab. In Pearsons englischsprachigen Beispielberichten zur WISC-V, dem Wechsler-Test für Kinder und Jugendliche, gelten Werte von 90 bis 109 als Durchschnitt (Pearson UK). Darüber folgen die Stufen „High Average“, „Very High“ und „Extremely High“ (Pearson-Beispielbericht).
| IQ-Bereich | Bezeichnung in der WISC-V | Deutsche Umschreibung | Anteil der Bevölkerung |
|---|---|---|---|
| 130 und mehr | Extremely High | extrem hoch | etwa 2,3 % |
| 120 bis 129 | Very High | sehr hoch | etwa 7 % |
| 110 bis 119 | High Average | hoher Durchschnitt, überdurchschnittlich | etwa 16 % |
| 90 bis 109 | Average | Durchschnitt | etwa 50 % |
| 80 bis 89 | Low Average | unterer Durchschnitt | etwa 16 % |
Im deutschen Sprachgebrauch wird oft gröber eingeteilt: 85 bis 115 durchschnittlich, 115 bis 130 überdurchschnittlich, ab 130 weit überdurchschnittlich. Die Grenzen unterscheiden sich je nach Test und Quelle um einige Punkte. Wichtiger als das Etikett ist deshalb die Position auf der Kurve.
Was ist ein hoher IQ? Ab welchem Wert man davon spricht
Für „hoher IQ“ gibt es keine amtliche Definition. In der Praxis haben sich zwei Schwellen eingebürgert:
- Ab 120: Hier beginnt bei den Wechsler-Tests der Bereich „sehr hoch“. Rechnerisch erreichen etwa 9 % der Bevölkerung 120 oder mehr.
- Ab 130: Dieser Wert liegt genau zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert. Er gilt als „extrem hoch“ und ist die übliche Schwelle für Hochbegabung. Eine Broschüre des Bildungsministeriums Mecklenburg-Vorpommern mit der Karg-Stiftung hält fest, dass üblicherweise ab einem IQ von 130 von Hochbegabung ausgegangen wird, was nur etwa zwei von 100 Kindern betrifft.
Ab welchem Wert man als hochbegabt gilt, wie die Grenze auf Skalen mit anderer Standardabweichung aussieht und warum ein IQ von 128 kein „Fast-Versagen“ ist, lesen Sie im Beitrag Ab welchem IQ ist man hochbegabt?. Kurz gesagt: Hochbegabung ist das Ergebnis einer fachlichen Diagnostik, nicht einer einzelnen Zahl aus dem Internet.
Welcher IQ ist gut? Prozentrang-Tabelle von 100 bis 150
Der Prozentrang zeigt, welcher Anteil der Bevölkerung auf der Standard-IQ-Kurve einen niedrigeren oder gleichen Wert hat. Weil IQ-Werte annähernd normalverteilt sind, lässt er sich für jeden Wert berechnen. Wir haben die folgenden Zahlen selbst aus einer Normalverteilung mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 berechnet.
| IQ | Prozentrang | Anteil mit diesem Wert oder höher | Etwa 1 von … |
|---|---|---|---|
| 100 | 50,0 | 50,0 % | 2 |
| 105 | 63,1 | 36,9 % | 3 |
| 110 | 74,8 | 25,2 % | 4 |
| 115 | 84,1 | 15,9 % | 6 |
| 120 | 90,9 | 9,1 % | 11 |
| 125 | 95,2 | 4,8 % | 21 |
| 130 | 97,7 | 2,3 % | 44 |
| 135 | 99,0 | 1,0 % | 102 |
| 140 | 99,6 | 0,38 % | 261 |
| 145 | 99,87 | 0,13 % | 741 |
| 150 | 99,96 | 0,04 % | 2.331 |
Auffällig ist, wie schnell die Seltenheit nach oben zunimmt. Von 100 auf 115 rücken Sie über ein weiteres Drittel der Bevölkerung hinaus. Von 130 auf 145 kommen nur gut 2 Prozentpunkte hinzu, der Wert wird dabei aber rund 17-mal seltener. Drei häufig gesuchte Werte im Überblick:
- [IQ 110](/de/iq-score/110): über etwa 75 % der Bevölkerung auf der Standard-IQ-Kurve, jede vierte Person erreicht 110 oder mehr. Ein solider, überdurchschnittlicher Wert.
- [IQ 120](/de/iq-score/120): über etwa 91 %, rund jede elfte Person. Hier beginnt der Bereich „sehr hoch“.
- [IQ 130](/de/iq-score/130): über etwa 98 % (genau 97,7 %), rund 1 von 44 Menschen. Die übliche Schwelle für Hochbegabung und für Mensa.
Den Prozentrang für jeden anderen Wert berechnet der Rechner auf unserer IQ-Tabelle mit Prozentrang-Rechner.
Gut wofür? Es kommt auf den Zweck an
„Gut“ ist keine Eigenschaft der Zahl allein. Je nach Situation bedeutet derselbe Wert etwas anderes.
Für Schule und Studium
Intelligenz ist einer der besten einzelnen Prädiktoren für Schulnoten, aber bei Weitem nicht der einzige. Eine Metaanalyse von Roth und Kollegen (2015) mit 240 Stichproben und 105.185 Teilnehmenden fand eine korrigierte Korrelation von 0,54 zwischen Intelligenztestwerten und Schulnoten. Das ist ein starker Zusammenhang, erklärt aber nur etwa 29 % der Unterschiede in den Noten. Fleiß, Motivation, Unterricht und Gesundheit machen einen großen Teil des Rests aus.
Für den Beruf und Führungsrollen
Auch im Beruf gilt: mehr hilft meist, aber nicht immer gleich. Eine Studie von Antonakis, House und Simonton (2017) im Journal of Applied Psychology untersuchte 379 Führungskräfte aus sieben multinationalen Unternehmen. Wie die Universität Lausanne zusammenfasst, wurden Führungskräfte in einer Gruppe mit einem durchschnittlichen IQ von etwa 100 von ihrem Umfeld dann als am wirksamsten eingeschätzt, wenn sie selbst bei etwa 118 lagen. Wichtig: Gemessen wurde die wahrgenommene Wirksamkeit, nicht der objektive Erfolg. Bei Führungskräften, die vor allem aufgabenorientiert arbeiten, ist ein sehr hoher IQ laut der Zusammenfassung womöglich weniger ein Problem.
Für Mensa
Hier ist „gut genug“ klar definiert. Mensa in Deutschland nimmt auf, wer in einem anerkannten Intelligenztest besser abschneidet als 98 % der Bevölkerung, was einem IQ von mindestens 130 entspricht. Gezählt werden Mensas eigene Tests, die in mehreren Städten vor Ort stattfinden, oder anerkannte Gutachten; der Online-Test von Mensa vermittelt laut Verein nur einen Eindruck von den Aufgaben. Wie die Aufnahme abläuft, erklärt unser Ratgeber zum Mensa-IQ-Test.
Für den Alltag
Für eine Ausbildung, die allermeisten Berufe und ein erfülltes Leben gibt es keine IQ-Grenze. Ein Wert knapp unter 100 ist nicht „schlecht“: Die Hälfte aller Menschen liegt per Definition darunter.
Hoher IQ und Erfolg: Was die Forschung sagt
Eine viel zitierte Übersicht zu dieser Frage stammt vom Soziologen Tarmo Strenze. Seine Metaanalyse im Fachjournal Intelligence (2007) wertete Längsschnittstudien aus, in denen zuerst die Intelligenz gemessen und der Erfolg Jahre später erfasst wurde. Zum Vergleich prüfte Strenze, wie gut der soziale Status der Eltern und die Schulnoten denselben Erfolg vorhersagen.
| Vorhersage von … | Bildungsabschluss | Beruflicher Status | Einkommen |
|---|---|---|---|
| Intelligenz (alle Studien) | 0,56 | 0,43 | 0,20 |
| Intelligenz (nur methodisch beste Studien) | 0,56 | 0,45 | 0,23 |
| Sozialer Status der Eltern (Index) | 0,55 | 0,38 | 0,18 |
| Schulnoten | 0,53 | 0,37 | 0,09 |
Was bedeuten diese Zahlen? Eine Korrelation von 0,56 mit dem Bildungsabschluss ist für die Sozialwissenschaften ein starker Zusammenhang. Mit dem Einkommen hängt Intelligenz dagegen nur mit rund 0,2 zusammen. Strenze betont allerdings, dass auch keiner der anderen Faktoren das Einkommen besser vorhersagt: Finanzieller Erfolg ist mit jeder einzelnen Größe schwer vorherzusagen. Sein Fazit: Intelligenz ist ein starker Prädiktor für Erfolg, insgesamt aber kein überwältigend besserer als das Elternhaus oder die Schulnoten.
Gibt es eine Grenze, ab der ein höherer IQ nichts mehr bringt? Die Daten sprechen dagegen. Brown, Wai und Chabris (2021) werteten vier repräsentative Längsschnittstudien aus den USA und Großbritannien mit zusammen 48.558 Personen aus. Höhere kognitive Fähigkeiten in der Jugend gingen in den meisten Bereichen mit besseren späteren Ergebnissen in Beruf, Bildung, Gesundheit und sozialem Leben einher. Hinweise auf einen Nachteil sehr hoher Werte oder auf eine Schwelle, ab der mehr nicht mehr hilft, fanden die Autoren nicht.
Auch die bereits genannte Broschüre aus Mecklenburg-Vorpommern fasst Langzeitstudien so zusammen: Je höher die intellektuelle Begabung, desto wahrscheinlicher ist späterer Erfolg in Ausbildung und Beruf. Hohe Begabung allein reicht aber nicht aus. Die Broschüre beschreibt auch hochbegabte „Underachiever“, also Schülerinnen und Schüler mit hoher Intelligenz und nur durchschnittlichen oder schwächeren Noten.
Warum ein einzelner IQ-Wert um einige Punkte schwankt
Kein Test misst perfekt. Deshalb geben klinische Berichte zu jedem Wert ein Vertrauensintervall an. Im Pearson-Beispielbericht zur WISC-V etwa steht ein Gesamt-IQ von 132 mit einem Vertrauensintervall von 125 bis 136. Der „wahre“ Wert kann also mehrere Punkte darüber oder darunter liegen. Dazu kommen Tagesform, Schlaf, Stress, Übung mit ähnlichen Aufgaben und der Aufgabentyp: Ein Test mit vielen Wortaufgaben misst etwas anderes als einer mit Figurenmatrizen.
Lesen Sie einen Wert deshalb besser als Bereich. Ein Ergebnis von 118 bedeutet eher „irgendwo an der Grenze zwischen hohem Durchschnitt und sehr hoch“ als exakt 118. Wie Messfehler und Konfidenzintervall berechnet werden, erklärt der Beitrag Wie wird der IQ gemessen?
Was ein hoher IQ nicht aussagt
IQ-Tests erfassen logisches Denken, Mustererkennung, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit, also Fähigkeiten, die beim Lernen komplexer Inhalte helfen. Kreativität, Motivation, Ausdauer, soziale Fähigkeiten, Fachwissen und Charakter messen sie nicht. Gerade diese Eigenschaften entscheiden mit darüber, was jemand aus seinen Fähigkeiten macht. Ein hoher IQ ist eine Stärke, kein vorgezeichneter Lebensweg, und ein durchschnittlicher IQ ist keine Grenze.
Ihren eigenen IQ-Wert einordnen
Wenn Sie wissen möchten, wo Sie auf der Kurve liegen, können Sie den IQ-Test von IQtonics machen. Er umfasst 40 Fragen aus fünf Bereichen: Mustererkennung, räumliches Denken, Zahlen, Logik und Gedächtnis. Sie haben 20 Minuten Zeit, die Fragen werden schwieriger, und schwierigere Fragen bringen mehr Punkte. Ihr Ergebnis erscheint auf derselben Skala wie in diesem Beitrag (Mittelwert 100, Standardabweichung 15), zusammen mit dem Prozentrang als Position auf der Normalverteilung, einem kognitiven Profil über die fünf Bereiche und einem Zertifikat mit Prüfcode.
Den Test können Sie ohne Anmeldung starten. Ihr IQ-Wert und die vollständige Auswertung werden mit einer kostenpflichtigen Probemitgliedschaft freigeschaltet, die sich automatisch verlängert, wenn Sie nicht kündigen. Bitte beachten Sie: Es handelt sich um eine Online-Selbsteinschätzung, kein klinisches oder diagnostisches Verfahren. Für den Test gibt es keine Normstichprobe und keine veröffentlichten Daten zu Reliabilität und Validität. Wer eine belastbare Diagnose braucht, etwa zur Hochbegabung, wendet sich an eine Psychologin oder einen Psychologen.
Häufige Fragen
Was ist ein hoher IQ?+
Eine feste Definition gibt es nicht. Ab etwa 120 sprechen Testverlage von sehr hohen Werten; ein IQ von 120 liegt über etwa 91 % der Bevölkerung auf der Standard-IQ-Kurve. Ab 130, also zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert, gilt ein IQ als extrem hoch; diesen Wert erreichen rechnerisch nur etwa 2,3 % der Menschen.
Was ist ein guter IQ?+
Da der Durchschnitt per Definition bei 100 liegt, ist jeder Wert über 100 überdurchschnittlich. Die meisten Menschen würden einen IQ ab etwa 110 als gut bezeichnen, denn damit liegen Sie über rund drei Vierteln der Bevölkerung. Ob ein Wert für einen bestimmten Zweck gut genug ist, hängt aber vom Zweck ab: Für die allermeisten Dinge im Leben gibt es keine IQ-Grenze.
Ist ein IQ von 120 gut?+
Ja. Ein IQ von 120 liegt 1,33 Standardabweichungen über dem Mittelwert und damit über etwa 91 % der Bevölkerung auf der Standard-IQ-Kurve; rund jede elfte Person erreicht 120 oder mehr. In der WISC-V von Pearson beginnt bei 120 der Bereich „Very High“ (sehr hoch).
Ab welchem IQ ist man hochbegabt?+
Üblicherweise ab einem IQ von 130, gemessen mit einem standardisierten Intelligenztest durch Fachleute. Das entspricht zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert und etwa 2,3 % der Bevölkerung. Hochbegabung ist eine Einordnung aus einer fachlichen Diagnostik und lässt sich nicht aus einem Online-Ergebnis ableiten.
Welchen IQ braucht man für Mensa?+
Mensa in Deutschland nimmt Menschen auf, die in einem anerkannten Intelligenztest besser abschneiden als 98 % der Bevölkerung. Das entspricht laut Mensa einem IQ von mindestens 130. Gezählt werden Mensas eigene Tests vor Ort oder anerkannte psychologische Gutachten; Online-Tests gehören nicht dazu.
Macht ein hoher IQ erfolgreich?+
Er hilft, garantiert aber nichts. In der Metaanalyse von Strenze (2007) hing Intelligenz mit dem Bildungsabschluss mit r = 0,56 zusammen, mit dem beruflichen Status mit 0,43 und mit dem Einkommen nur mit 0,20. Das Elternhaus und die Schulnoten sagten Erfolg ähnlich gut vorher.
Wie kann ich herausfinden, ob mein IQ hoch ist?+
Verlässlich nur mit einem standardisierten Test, den eine Psychologin oder ein Psychologe durchführt. Zur ersten Orientierung können Sie den IQ-Test von IQtonics machen: 40 Fragen aus fünf Bereichen in 20 Minuten, Ergebnis auf der Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 samt Prozentrang. Den Test starten Sie ohne Anmeldung; Ihr IQ-Wert und die vollständige Auswertung werden mit einer kostenpflichtigen Probemitgliedschaft freigeschaltet, die sich automatisch verlängert, wenn Sie nicht kündigen. Es ist eine Online-Selbsteinschätzung, kein diagnostisches Verfahren.
Neugierig auf Ihren eigenen IQ?
40 Fragen · etwa 20 Minuten · Ergebnis sofort nach dem Test
Test starten

