IQIQtonics

IQ 130: Was der Wert bedeutet, Prozentrang und Seltenheit

Ein IQ von 130 liegt über etwa 97,7 % der Bevölkerung auf der Standard-IQ-Kurve, das entspricht Prozentrang 98. Etwa 1 von 44 Menschen erreicht einen höheren Wert als 130. Nach dem WISC-V-Schema wird er als „Weit überdurchschnittlich“ eingeordnet.

Prozentrang
98
Höher als
97,7 %
Mit höherem Wert
1 von 44
Einordnung (WISC-V)
Weit überdurchschnittlich
Glockenkurve mit markiertem IQ von 13055−3 SD70−2 SD85−1 SD1000115+1 SD130+2 SD145+3 SDIQ 130
So liegt ein IQ von 130 auf der Glockenkurve. Die markierte Fläche steht für die 2,3 % der Bevölkerung mit einem höheren Wert. (+2,00 SD)

Was bedeutet ein IQ von 130?

  • 130 liegt genau 2 × 15 Punkte über dem Durchschnitt von 100. Da eine Standardabweichung 15 Punkte beträgt, sind das exakt 2 SD.
  • 130 ist der niedrigste Wert im Bereich „Weit überdurchschnittlich“ (130+).
  • 130 ist der Wert, den Mensa in Deutschland als Aufnahmegrenze nennt und den American Mensa für die Wechsler-Skalen und den Stanford-Binet 5 angibt. Stammt er aus einem anerkannten, beaufsichtigten Test, erfüllt 130 also das Kriterium der obersten 2 %.
  • Von 100 Menschen hätten etwa 2 einen höheren IQ als 130.

Ab 130 beginnt im WISC-V-Schema der Bereich „Weit überdurchschnittlich“ (in der WAIS-IV „Very Superior“). Nur etwa 2 % der Menschen erreichen 130 oder mehr. Der Stanford-Binet 5 nennt 130 bis 144 „hochbegabt oder sehr fortgeschritten“, und im deutschsprachigen Raum gilt ein IQ ab 130 üblicherweise als Grenze zur Hochbegabung.

Werte in diesem Bereich bedeuten meist schnelles Lernen, starkes abstraktes Denken und ein leichtes Erfassen komplexer Muster. Viele Förderprogramme für Hochbegabte nutzen 130 als Grenze, und auch Mensa nimmt auf den Wechsler-Skalen ab diesem Wert auf.

Ein hoher IQ sagt im Durchschnitt schulischen Erfolg voraus, garantiert aber weder Leistung noch Kreativität oder Wohlbefinden. Interessen, Einsatz, Wissen und Gelegenheiten erklären einen großen Teil dessen, was Menschen aus ihren Fähigkeiten machen.

130: zwei Standardabweichungen, Hochbegabung und die 2-%-Regel

130 liegt zwei Standardabweichungen über dem Mittelwert, etwa bei Prozentrang 97,7, und ist die am weitesten verbreitete Grenze für Hochbegabung, im deutschsprachigen Raum ebenso wie in vielen Förderprogrammen anderswo. Es ist auch die klassische Mensa-Zahl, doch die Regel dahinter ist ein Prozentrang, kein Punktwert: Mensa in Deutschland nimmt auf, wer in einem anerkannten Intelligenztest besser abschneidet als 98 % der Bevölkerung, was einem IQ von mindestens 130 entspricht.

Welcher Wert diesem Rangplatz entspricht, hängt von der Skala des Tests ab. American Mensa nennt 130 für die Wechsler-Skalen und den Stanford-Binet 5, 132 für ältere Stanford-Binet-Ausgaben mit Standardabweichung 16 und 148 für den Cattell mit Standardabweichung 24. Genau gerechnet liegt Prozentrang 98 auf einer SD-15-Skala bei etwa 131; 130 ist die übliche gerundete Grenze.

Mensa in Deutschland führt den eigenen Aufnahmetest als Gruppentest für Personen ab 14 Jahren durch; für jüngere Kinder ist eine Einzeltestung bei einer Psychologin oder einem Psychologen nötig. American Mensa stellt ausdrücklich klar, dass unbeaufsichtigte Tests, auch Internet-Tests, nicht als Nachweis anerkannt werden. Hinzu kommt der übliche Spielraum von ±5 Punkten: Ein gemessener Wert von 130 kann in einem anderen Test einige Punkte über oder unter der Grenze liegen. Eine 130 aus einer Selbsteinschätzung ist ein Grund für Neugier, aber weder eine Qualifikation noch die Feststellung einer Hochbegabung.

IQ 130 auf anderen Skalen und Tests

Tests verteilen ihre Werte unterschiedlich breit. Derselbe Rangplatz wie ein IQ von 130 auf einer SD-15-Skala ergibt anderswo diese Zahlen:

SkalaEntsprechender WertEinordnung
SD 15: WISC-V, WAIS, Stanford-Binet 5130Weit überdurchschnittlich
Übliche deutsche Bezeichnung130Sehr hoch (Hochbegabung)
Stanford-Binet 5130Hochbegabt oder sehr fortgeschritten
SD 16: älterer Stanford-Binet, Cattell Culture Fair132–
SD 24: Cattell III B148–

Wie genau ist ein IQ von 130?

Kein Test misst den IQ exakt. Bei Einzeltests wie der WAIS hat der Gesamt-IQ ein 95-%-Konfidenzintervall von ungefähr ±5 Punkten. Ein Ergebnis von 130 heißt also eher: „vermutlich irgendwo zwischen 125 und 135“. Auch zwischen verschiedenen Tests oder nach einigen Jahren kann sich ein Wert um ein paar Punkte verschieben.

Online-Tests, auch unserer, sind Selbsteinschätzungen. Sie eignen sich für Neugier und Übung, ersetzen aber keine Testung durch eine Psychologin oder einen Psychologen.

IQ-Werte in der Nähe von 130

IQ-WertProzentrangHöher alsEinordnung (WISC-V)
1259595,2 %Überdurchschnittlich
1269695,8 %Überdurchschnittlich
1279696,4 %Überdurchschnittlich
1289796,9 %Überdurchschnittlich
1299797,3 %Überdurchschnittlich
1309897,7 %Weit überdurchschnittlich
1319898,1 %Weit überdurchschnittlich
1329898,4 %Weit überdurchschnittlich
1339998,6 %Weit überdurchschnittlich
1349998,8 %Weit überdurchschnittlich
1359999,02 %Weit überdurchschnittlich

Einen anderen IQ-Wert prüfen

Zum Beispiel 98 für die obersten 2 %.

Prozentrang
98.
Höher als
97,7 %
Menschen mit höherem Wert
1 von 44
Einordnung (WISC-V)
Weit überdurchschnittlich
Glockenkurve der IQ-Werte mit dem eingegebenen Wert55−3 SD70−2 SD85−1 SD1000115+1 SD130+2 SD145+3 SDIQ 130

IQ 130: häufige Fragen

Ist ein IQ von 130 gut?+

Ja, sehr gut. Ein IQ von 130 liegt über etwa 97,7 % der Bevölkerung und fällt in den Bereich „Weit überdurchschnittlich“, die obersten 2 % der Bevölkerung.

Welchem Prozentrang entspricht ein IQ von 130?+

Ein IQ von 130 entspricht auf einer Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 dem Prozentrang 98. Er liegt über etwa 97,7 % und unter etwa 2,3 % der Bevölkerung.

Wie selten ist ein IQ von 130?+

Etwa 1 von 44 Menschen erreicht einen höheren Wert als 130. In einer Gruppe von 1.000 Menschen wären etwa 23 mit einem höheren Wert zu erwarten.

Ist man mit einem IQ von 130 hochbegabt?+

Nach der im deutschsprachigen Raum üblichen Konvention beginnt Hochbegabung bei einem IQ von 130, und 130 liegt über etwa 97,7 % der Bevölkerung. Festgestellt wird eine Hochbegabung aber nur mit einem professionell durchgeführten, normierten Test; ein Online-Ergebnis ist eine Selbsteinschätzung, keine Diagnose. „Genie“ ist übrigens keine wissenschaftliche Kategorie, informelle Grenzen dafür liegen meist bei 140 oder 145.

Weiterlesen

Quellen

  1. What is Intellectual Disability? · American Psychiatric Association
  2. DSM-5 Intellectual Disability Fact Sheet · American Psychiatric Association
  3. IQ · APA Dictionary of Psychology, American Psychological Association
  4. One Century of Global IQ Gains: A Formal Meta-Analysis of the Flynn Effect (1909–2013) · Pietschnig & Voracek, Perspectives on Psychological Science (2015)
  5. WISC-V Technical Report #6: Extended Norms · Pearson
  6. Wechsler Adult Intelligence Scale | Fifth Edition · Pearson
  7. WISC-V: Wechsler Intelligence Scale for Children – Fifth Edition (deutsche Bearbeitung hrsg. von F. Petermann) · Testzentrale (Hogrefe)
  8. WAIS-IV: Wechsler Adult Intelligence Scale – Fourth Edition (deutsche Bearbeitung hrsg. von F. Petermann) · Testzentrale (Hogrefe)
  9. Qualifying Test Scores for Mensa Membership · American Mensa
  10. Mensa-Mitgliedschaft · Mensa in Deutschland e.V.
  11. IQ-Test bei Mensa · Mensa in Deutschland e.V.