Stephen Hawking und der IQ-Test: Hatte er wirklich einen IQ von 160?
Stephen Hawking hat nie ein IQ-Testergebnis veröffentlicht. Auf die Frage nach seinem IQ sagte er 2004: „Ich habe keine Ahnung.“ Wir zeigen, woher die oft zitierte 160 stammt und was über seine Schulzeit, sein Studium und seine Laufbahn belegt ist.
Verfasst von: IQtonics-Redaktion 6 Min. Lesezeit

Auf dieser Seite
- Hat Stephen Hawking jemals einen IQ-Test gemacht?
- „Ich habe keine Ahnung“: Was Hawking über seinen IQ sagte
- Woher stammt die Zahl 160?
- Wie gut war Stephen Hawking in der Schule?
- Diagnose mit 21: Forschen gegen die Prognose
- Was über Stephen Hawking belegt ist
- Wie selten wäre ein IQ von 160?
- Was IQ-Schätzungen über Genies aussagen können
- Ihr eigener IQ statt einer Schätzung
Wer nach Stephen Hawkings IQ sucht, liest fast überall dieselbe Zahl: 160. Sie steht in Ranglisten, in Quizfragen und in Zeitungsmeldungen über Kinder, die beim Mensa-Test „besser als Hawking“ gewesen sein sollen. Einen IQ-Test von Stephen Hawking mit veröffentlichtem Ergebnis gibt es jedoch nicht. Hier lesen Sie, woher die 160 stammt, was Hawking selbst dazu gesagt hat und was über seine Schulzeit und sein Studium tatsächlich belegt ist.
Hat Stephen Hawking jemals einen IQ-Test gemacht?
Belegt ist es nicht. Weder die Biografie auf der offiziellen Hawking-Website noch der Nachruf der University of Cambridge erwähnen einen IQ-Test oder einen IQ-Wert. Beide Texte zählen Abschlüsse, Professuren und Auszeichnungen auf, eine Zahl für seine Intelligenz nennen sie nicht.
Das deckt sich mit Hawkings eigener Aussage. Er kannte seinen IQ nach eigenen Worten nicht, und er hielt die Frage auch nicht für besonders wichtig.
„Ich habe keine Ahnung“: Was Hawking über seinen IQ sagte
Am 12. Dezember 2004 erschien im New York Times Magazine ein kurzes Interview, das die Journalistin Deborah Solomon mit Hawking geführt hatte: „The Science of Second-Guessing“. Eine der Fragen lautete: „What is your I.Q.?“ Hawkings Antwort:
„I have no idea. People who boast about their I.Q. are losers.“
Auf Deutsch etwa: „Ich habe keine Ahnung. Leute, die mit ihrem IQ prahlen, sind Verlierer.“ (Übersetzung: IQtonics)
Weniger bekannt ist, wie das Gespräch weiterging. Auf die Frage, woran man erkenne, ob er wirklich das Physik-Genie sei, als das ihn alle beschreiben, sagte Hawking: Die Medien bräuchten Superhelden in der Wissenschaft wie in jedem anderen Lebensbereich, tatsächlich gebe es aber „eine kontinuierliche Bandbreite von Fähigkeiten ohne klare Trennlinie“. Ob er damit sagen wolle, kein Genie zu sein? „Ich hoffe, ich liege nahe am oberen Ende dieser Bandbreite.“
Diese Sicht passt gut zur Art, wie IQ-Werte verteilt sind. Moderne Tests ordnen Ergebnisse auf einer Glockenkurve ein, ohne festen Punkt, ab dem jemand ein „Genie“ wäre. Wie sich die Werte verteilen, zeigt unsere IQ-Skala mit Prozentrang-Rechner.
Woher stammt die Zahl 160?
Die 160 verbreitet sich vor allem über Zeitungsmeldungen nach einem festen Muster: Ein Kind erreicht beim Mensa-Test die Höchstpunktzahl und hat damit angeblich „Einstein und Hawking geschlagen“. NBC News berichtete im November 2022 über einen elfjährigen Jungen aus Leeds, der mit 162 die höchstmögliche Punktzahl erreicht hatte. Einstein und Hawking würden beide auf einen IQ „um 160“ geschätzt, hieß es dazu. Die britische Lokalzeitung Gazette ging bei einer Zwölfjährigen noch weiter und schrieb, beide Physiker hätten 160 erreicht. Einen Beleg nennt keiner der Artikel.
Dazu kommt ein Skalenproblem. Laut Gazette ging es um den Test Cattell III B. Nach Angaben von Abbie F. Salny, Supervisory Psychologist von American Mensa, hat dieser Test eine Standardabweichung von 24 und nicht von 15 wie die heute übliche Skala. Ein Wert von 162 liegt dort etwa 2,6 Standardabweichungen über dem Mittelwert. Auf der Standard-IQ-Skala entspricht das rund 139 (berechnet aus der Normalverteilung). Die Schlagzeilen vergleichen also einen echten Testwert auf der einen Skala mit zwei Schätzungen auf einer anderen.
Nach demselben Muster entstehen die Zahlen für viele andere Berühmtheiten. Einen Überblick gibt unser Artikel Prominente und ihr IQ.
Wie gut war Stephen Hawking in der Schule?
Kein Wunderkind im Klischeesinn. Laut der offiziellen Biografie bezeichnete sich Hawking selbst als Spätentwickler und war an der St Albans School „nie mehr als in der Mitte der Klasse“. Seine Mitschüler nannten ihn trotzdem „Einstein“.
Mit 17 Jahren begann er 1959 ein Studium der Naturwissenschaften in Oxford. Nach eigener Darstellung arbeitete er dort wenig, schnitt in den schriftlichen Prüfungen aber so ab, dass er zu einer mündlichen Prüfung (Viva) geladen wurde, die über die Abschlussnote entschied. Er sagte den Prüfern, mit einem First-Class-Abschluss werde er nach Cambridge gehen, mit einem Second bleibe er in Oxford. Sie gaben ihm den First. Der Cambridge-Nachruf bestätigt den First-Class-Abschluss in Naturwissenschaften (Physik) am University College Oxford.
Ein Platz im Mittelfeld der Klasse, ein Spitzname und eine Abschlussnote: Keine dieser Angaben ist ein IQ-Wert. Sie zeigen aber, dass sich Hawkings Werdegang schlecht für Zahlenspiele eignet.
Diagnose mit 21: Forschen gegen die Prognose
1962 wechselte Hawking zur Promotion nach Cambridge. Kurz nach seinem 21. Geburtstag zeigten Untersuchungen eine fortschreitende, unheilbare Erkrankung der motorischen Nervenzellen, bei Hawking meist als ALS bezeichnet. Laut Deutschlandfunk prophezeiten ihm die Ärzte 1963, er habe nur noch zwei Jahre zu leben.
Es kam anders. 1965 schloss er seine Doktorarbeit „Properties of Expanding Universes“ ab. Als Cambridge sie 2017 online stellte, zählte die Universität mehr als eine Million Download-Versuche.
Was über Stephen Hawking belegt ist
Statt einer IQ-Zahl gibt es eine gut dokumentierte Laufbahn:
| Jahr | Station |
|---|---|
| 1942 | Geboren am 8. Januar in Oxford |
| 1959 | Studium der Naturwissenschaften in Oxford, mit 17 Jahren |
| 1962 | Wechsel nach Cambridge zur Promotion |
| 1963 | Diagnose der Nervenerkrankung, Prognose: zwei Jahre |
| 1965 | Promotion mit „Properties of Expanding Universes“ |
| 1974 | Schwarze Löcher senden Strahlung aus (Hawking-Strahlung) |
| 1979 – 2009 | Lucasian Professor of Mathematics in Cambridge, einst Isaac Newtons Lehrstuhl |
| 1988 | „Eine kurze Geschichte der Zeit“, 237 Wochen auf der Bestsellerliste der Sunday Times |
| 2018 | Gestorben am 14. März im Alter von 76 Jahren |
| IQ-Test | Kein veröffentlichtes Ergebnis |
Die Arbeit von 1974 erschien in der Fachzeitschrift Nature unter dem Titel „Black hole explosions?“. Darin zeigte Hawking, dass ein Schwarzes Loch Teilchen aussenden sollte, als hätte es eine Temperatur. Nach Angaben der offiziellen Biografie verkaufte sich „Eine kurze Geschichte der Zeit“ mehr als 20 Millionen Mal.
Wie selten wäre ein IQ von 160?
Auf der Standard-IQ-Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 liegt ein IQ von 160 vier Standardabweichungen über dem Durchschnitt:
| IQ | Abstand zum Mittelwert | Theoretische Häufigkeit |
|---|---|---|
| 130 | 2 Standardabweichungen | etwa 1 von 44 |
| 145 | 3 Standardabweichungen | etwa 1 von 741 |
| 160 | 4 Standardabweichungen | etwa 1 von 31.574 |
Je weiter ein Wert vom Durchschnitt entfernt ist, desto weniger Vergleichspersonen hat eine Normstichprobe in diesem Bereich. Sehr hohe Werte lassen sich deshalb nur ungenau voneinander unterscheiden. Welche Rekordwerte im Umlauf sind und welche davon belegt sind, lesen Sie in Höchster IQ der Welt.
Was IQ-Schätzungen über Genies aussagen können
Ganz unwissenschaftlich ist die Idee, berühmten Menschen nachträglich einen IQ zuzuordnen, nicht. Die Psychologin Catharine Cox schätzte 1926 die IQs von 301 herausragenden Persönlichkeiten der Geschichte aus biografischen Daten. Der Psychologe Dean Keith Simonton beschreibt diese historiometrische Methode in Gifted Child Quarterly (2020). Solche Schätzungen folgen festen Regeln und bleiben trotzdem Schätzungen. Für Hawking gibt es nicht einmal eine solche Studie, nur wiederholte Zahlen.
Bei Albert Einstein ist das Bild ähnlich: Ihm wurden im Lauf der Jahrzehnte sehr unterschiedliche Werte zugeschrieben, ohne dass ein Test belegt wäre. Die Hintergründe lesen Sie in Einsteins IQ: Woher die Zahl 160 kommt.
Ihr eigener IQ statt einer Schätzung
Stephen Hawkings IQ wird eine offene Frage bleiben, und ihm selbst schien sie wenig wichtig. Ihr eigener Wert muss dagegen keine Schätzung bleiben. Wenn Sie den IQ-Test von IQtonics machen, beantworten Sie 40 Fragen aus fünf Bereichen: Mustererkennung, räumliches Denken, Zahlen, Logik und Gedächtnis. Die Fragen werden schwieriger, schwierigere Fragen bringen mehr Punkte, das Zeitlimit beträgt 20 Minuten. Ihr Ergebnis steht auf derselben Skala wie die Tabelle oben, mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15, dazu Ihr Prozentrang und ein kognitives Profil über die fünf Bereiche.
Den Test können Sie ohne Anmeldung starten; Ihr IQ-Wert und die vollständige Auswertung werden mit einer kostenpflichtigen Probemitgliedschaft freigeschaltet, die sich automatisch verlängert, wenn Sie nicht kündigen. Es ist eine Online-Selbsteinschätzung, kein klinisches oder diagnostisches Verfahren. Und ganz im Sinne von Hawking: Das Ergebnis ist zum Nachdenken da, nicht zum Prahlen.
Häufige Fragen
Wie hoch war der IQ von Stephen Hawking?+
Das ist nicht bekannt. Ein IQ-Testergebnis von Stephen Hawking wurde nie veröffentlicht, und 2004 sagte er im New York Times Magazine auf die Frage nach seinem IQ: „Ich habe keine Ahnung.“ Die oft genannte 160 ist eine Schätzung aus Ranglisten und Presseberichten, kein Messwert.
Hat Stephen Hawking einen IQ-Test gemacht?+
Ein Ergebnis ist nicht öffentlich bekannt. Weder die offizielle Biografie auf hawking.org.uk noch der Nachruf der University of Cambridge erwähnen einen IQ-Test. Hawking selbst gab 2004 an, seinen IQ nicht zu kennen.
Was hat Stephen Hawking über seinen IQ gesagt?+
Im Interview mit Deborah Solomon für das New York Times Magazine vom 12. Dezember 2004 antwortete er: „I have no idea. People who boast about their I.Q. are losers.“ Sinngemäß: Er habe keine Ahnung, und Leute, die mit ihrem IQ prahlen, seien Verlierer. Außerdem sagte er, es gebe eine kontinuierliche Bandbreite von Fähigkeiten ohne klare Trennlinie.
Hatten Einstein und Hawking einen IQ von 160?+
Für keinen der beiden gibt es einen dokumentierten Testwert. Die 160 taucht vor allem in Meldungen über Kinder auf, die beim Mensa-Test angeblich „Einstein und Hawking geschlagen“ haben. Dort wird ein echter Testwert mit zwei Schätzungen verglichen, oft sogar auf unterschiedlichen Skalen.
Wie selten ist ein IQ von 160?+
Auf der Standard-IQ-Skala mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15 liegt 160 vier Standardabweichungen über dem Durchschnitt. Berechnet aus der Normalverteilung entspricht das etwa einer von 31.574 Personen, also einem Prozentrang von rund 99,997.
Kann ich meinen eigenen IQ online testen?+
Der IQ-Test von IQtonics hat 40 Fragen aus fünf Bereichen und ein Zeitlimit von 20 Minuten; Ihr Ergebnis steht auf der Standard-IQ-Skala mit Mittelwert 100 und Prozentrang. Den Test können Sie ohne Anmeldung starten, Ihr IQ-Wert und die vollständige Auswertung werden mit einer kostenpflichtigen Probemitgliedschaft freigeschaltet, die sich automatisch verlängert, wenn Sie nicht kündigen. Es handelt sich um eine Online-Selbsteinschätzung, kein klinisches Verfahren.
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